Das versteckte Juwel – Kloster Altenhohenau

Furukama, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Bei Griesstätt, nahe dem Ufer des Inns, liegt eine ehemalige Klosteranlage unscheinbar und bescheiden in die Landschaft eingebettet. In der dem Kloster Altenhohenau zugehörigen Kirche ist die Gegenwart des Jesuskindes das ganze Jahr so lebendig spürbar wie in vielen Kirchen nur zur Weihnachtszeit. Das Altenhohenauer Jesulein steht im festlichen Gewand der jeweiligen liturgischen Farbe im Kirchenraum. Dieses Jesuskind benötigt wirklich seinen eigenen Kleiderschrank – vor allem aber auch viele Paar Schuhe…! Lassen Sie sich doch im Rahmen einer Klosterführung die Legende vom Columba-Jesulein und seinen seidenen Schuhen erzählen! Das Jesuskind bietet dem Betrachter ganz persönlich eine Weintraube an. Ein starkes – und doch kindlich gestaltetes – Symbol seines bevorstehenden Leidensweges. Auch der leidende Christus ist in der Kirche gegenwärtig… mit einer besonders tiefen Seitenwunde. Schon oft wurden Christus so auf kleine Zettel geschriebene Herzensangelegenheiten direkt ans Herz gelegt.
Ein besonderer Ort ist auch die Annakapelle. Den Altar schmückt eine Statue Mariens als Friedenskönigin. Die Hl. Mutter Anna befindet sich links vom Altar als Fresko an der Kuppel. Es zeigt eine typische Darstellung von Anna, wie sie ihre Tochter Maria gerade das Beten und das Lesen in der Heiligen Schrift lehrt. In der Annakapelle fanden zwei Mystikerinnen aus dem Kloster Altenhohenau ihre letzte Ruhestätte: Columba Weigl und Paula Grasl.

Wer sich auf den Weg zum Kloster Altenhohenau macht, ahnt von Ferne nicht, was ihn hier erwartet. Wer aber die Kirchentüre öffnet, wird erst einmal von der Atmosphäre dieses Gnadenortes überwältigt sein.
Der Blick wandert durch die reich geschmückte Rokokokirche zu den von Ignaz Günther geschnitzten Seitenaltären und bleibt an der Rosenkranzkönigin auf dem Hochaltar hängen. Das größte Deckenfresko, von Michael Hartwagner im 18. Jahrhundert geschaffen, zeigt Dominikus, der von der Gottesmutter den Rosenkranz erhält. Lange Jahre war die Klosterkirche auf eine elektronische Orgel angewiesen. Seit 2016 ertönen in der Klosterkirche die himmlischen Klänge einer kleinen Pfeifenorgel. Das weiße Gehäuse der Chororgel mit den goldenen Verzierungen sieht obendrein auch himmlisch aus.

Griesstätt wurde im Jahr 924 erstmals urkundlich erwähnt. Bereits bevor 1235 das Dominikanerinnenkloster von Graf Konrad von Wasserburg gestiftet wurde, stand hier eine Kirche. Die wechselhafte Geschichte des Klosters nahe Griesstätt brachte auch die Stilllegung und schließlich die Wiederaufnahme des Klosterbetriebs mit sich, bis 2014 die letzten Dominikanerinnen vom Kloster Altenhohenau in ihr Mutterhaus übersiedelten. Die Klosterkirche blieb aber der Pfarrei Griesstätt in der Diözese München/Freising als Filialkirche und Wallfahrtsort erhalten.

Bildquelle: Furukama, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

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