Erotische Abenteuer im Chiemgau

Ankommen in Aschau. Die kleine Pension ist echt bayerisch und die Wirtin erinnert sie ein bisschen an ihre zärtliche Großmama, die immer wusste, wie fest man sie drücken durfte. Sie fühlt sich sofort am richtigen Ort. Es ist Mai und die Luft kündigt von Sommer und Urlaub und frischem Bienenstich mit Sahne. Kurz vor dem Einschlafen fliegt sie weit zurück. Wandern hat ihr einmal unendlich viel bedeutet. Erinnerungen an vergangene Tage legen sich behutsam auf die Sorgen von heute.


Der nächste Morgen riecht nach Vorfreude und fühlt sich warm an auf der Haut. Ihre Wanderroute soll sie rund um den Bärnsee führen und noch ein bisschen weiter. Start ist das Natur-Moorbad in Aschau, Ziel soll das berühmte Café Pauli sein. Sie begutachtet ihre Ausrüstung, die Wanderschuhe und der Rucksack passen grad zum bayerischen Fleckerl.
Nach wenigen Metern gelangt sie zu einem schmalen Bach, den sie eben überquert, als sie einen weiteren Wanderer bemerkt, der dieselbe Strecke zu nehmen scheint. Er bleibt kurz am Kneippbecken stehen und schaut zu ihr herüber. Sie wird auf ihn warten und er nähert sich ihr ohne Eile. Alles, was sich dann ereignet, ist so magisch wie der Weg durch den verwunschenen Wald und die verschwommene Silhouette der feuchten Moorwiesen. Eng nebeneinander, ohne sich beim Laufen zu berühren, folgen sie dem Weg 24, der sie fortträgt, hinein in einen Weidentunnel bis zum ersten Moorsee. Sie verharren im selben Moment, mit flammendem Herzen berühren sich allein ihre Gedanken. Ein Verlangen, so tief wie die Sehnsucht selbst. Sie hat kaum sein Gesicht gesehen, tief sitzt der Hut, der es ihm erlaubt, Begierde zu stillen im Angesicht des Himmels und der Chiemgauer Berge. Sie denkt daran, wie es wäre, sie wünscht, dass es wäre, da nimmt er ihre Hand. Das wird alles sein, was sie später von ihm bewahrt und die Erinnerung an seinen Geruch, vermischt mit den Birken und der Schwere in ihren Beinen.


Sie fühlt sich erblühen, wie nicht die ganze herrliche Obstblüte zusammen es vermag, wenn er sich in ihr ergießt, einem Atemzug gleich, der den Hut ins Rutschen bringt und ihrer beider Gleichgewicht. Alles geschieht in einem einzigen Moment, ferne Zeugen sind der Aschauer Kopf und das Zellerhorn.
Eine versteckte Kapelle auf dem Weg zurück in die Wirklichkeit und der Kuchen im Café Pauli.

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